Hunde-OP-Versicherung Was sie zahlt und was nicht
Eine Hunde-OP-Versicherung zahlt, wenn dein Hund operiert wird. Je nach Tarif übernimmt sie die OP, die Narkose, den Aufenthalt in der Praxis und Behandlungen kurz vor und nach dem Eingriff.
Rechenbeispiel Kreuzband-OP beim Hund
- Rechnung im 3-fachen SatzKreuzband-OP beim Hund2.024,98 €
- Tarif erstattet bis zum 2-fachen Satzohne Selbstbeteiligungminus 1.349,98 €
Tierärztliche Leistung nach der Gebührenordnung mit 19 % Mehrwertsteuer, ohne Medikamente und Material.
Behandlungen ohne OP, Vorsorge und bekannte Vorerkrankungen sind meist nicht versichert. Für einen jungen Hund kostet sie meist 7 bis 26 € im Monat.
Was eine OP-Versicherung für Hunde bezahlt
Eine OP-Versicherung übernimmt Kosten, wenn dein Hund operiert wird. Gemeint ist meist ein Eingriff unter Narkose. Narkose heißt, dass dein Hund betäubt wird und während der OP schläft.
Zur Leistung gehören je nach Tarif die Narkose selbst, die Operation, der Aufenthalt in der Praxis oder Klinik und die Medikamente während dieser Zeit. Viele Tarife zahlen auch Untersuchungen vor der OP und die Nachbehandlung danach. Dafür gilt oft ein fester Zeitraum von einigen Tagen vor und nach dem Eingriff. Wie lang er ist, steht in den Versicherungsbedingungen.
Bei Unfällen beginnt der Schutz oft schon mit dem Vertrag. Für Krankheiten greift der Schutz meist erst nach einer Wartezeit von etwa 30 Tagen. Wird dein Hund in dieser Zeit wegen einer Krankheit operiert, zahlt der Tarif in der Regel nicht.
Beispiel: Kreuzband-OP mit Tarif bis zum 2-fachen Satz
Tierarztpraxen rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte ab, kurz GOT. Sie nennt für jede Leistung einen Grundbetrag, den 1-fachen Satz. Je nach Aufwand darf die Praxis bis zum 3-fachen Satz verlangen.
Für eine Kreuzband-OP beim Hund ergibt die GOT samt Mehrwertsteuer 674,99 € im 1-fachen Satz, im 3-fachen Satz sind es 2.024,98 €. Angenommen, dein Tarif erstattet bis zum 2-fachen Satz. Dann zahlt er für die Leistung höchstens 1.349,98 €. Rechnet die Praxis den 3-fachen Satz ab, bleiben 675,00 € bei dir.
Medikamente, Material und Implantate sind in diesem Betrag nicht enthalten, sie kommen extra dazu. Bei einer Kreuzband-OP können das zum Beispiel Platten und Schrauben sein. Ob und bis zu welcher Höhe dein Tarif diese Teile zahlt, regeln die Bedingungen. Eine Selbstbeteiligung erhöht den Betrag, der bei dir bleibt, noch einmal.
Was meist nicht versichert ist
Eine OP-Versicherung zahlt nicht jeden Besuch in der Praxis. Behandlungen ohne Operation trägst du in der Regel selbst. Dazu zählen Impfungen, Wurmkuren, eine Untersuchung wegen Durchfall oder ein Röntgenbild, auf das keine OP folgt.
Krankheiten, die schon vor Vertragsbeginn bekannt waren, schließen viele Tarife aus. Hatte dein Hund zum Beispiel schon Probleme mit einem Knie, kann der Vertrag spätere Eingriffe an diesem Knie ausnehmen.
Auch geplante Eingriffe ohne medizinischen Grund sind oft nicht versichert, etwa eine Kastration. Zahnbehandlungen regeln viele Tarife gesondert oder schließen sie aus. Schon eine Zahnsteinentfernung beim Hund kommt laut GOT auf 197,33 € im 1-fachen und 591,98 € im 3-fachen Satz. Diesen Betrag zahlst du bei vielen OP-Tarifen selbst, ebenso Spezialfutter und Medikamente, die nach dem Nachsorgezeitraum anfallen.
Beispiel: Magendrehung im Notdienst
Im Notdienst gelten laut GOT andere Grenzen. Die Praxis berechnet dann mindestens den 2-fachen und höchstens den 4-fachen Satz. Dazu kommt einmal je Fall eine Notdienstgebühr von 50 €.
Für die OP einer Magendrehung ergibt die GOT samt Mehrwertsteuer im 1-fachen Satz 762,65 €. Im Notdienst beginnt die Rechnung damit bei 1.584,79 €, also beim 2-fachen Satz plus Gebühr. Im 4-fachen Satz sind es 3.050,59 € und mit Gebühr 3.110,09 €.
Ein Tarif, der im Notdienst bis zum 4-fachen Satz erstattet, deckt die Leistung nach GOT in diesem Fall ganz. Endet die Erstattung beim 3-fachen Satz, zahlt er höchstens 2.287,94 €. Offen bleiben dann 762,65 €, dazu die Notdienstgebühr von 59,50 €, falls der Tarif sie nicht übernimmt. Medikamente und Material berechnet die Praxis in beiden Fällen zusätzlich.
Was die OP-Versicherung für Hunde im Monat kostet
Im Monat zahlst du für einen jungen Hund meist 7 bis 26 €. Wie hoch der Beitrag genau ist, hängt vom Alter beim Abschluss, je nach Tarif von Rasse oder Größe und vom gewählten Leistungsumfang ab.
Bei vielen Tarifen steigt der Beitrag, wenn dein Hund älter wird. Manche erhöhen ihn in festen Altersstufen. Für ältere Hunde gibt es oft ein Eintrittsalter, also eine Grenze, bis zu der ein neuer Vertrag möglich ist.
Drei Merkmale verändern den Preis deutlich. Ein höherer Erstattungssatz, etwa bis zum 4-fachen Satz, macht den Tarif meist teurer. Eine höhere Jahreshöchstleistung ebenso. Das ist der Betrag, den der Tarif pro Versicherungsjahr höchstens zahlt. Eine Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, dafür trägst du bei jedem Fall einen Teil der Rechnung selbst.
Worauf du im Tarif achten kannst
Beim Vergleich von Tarifen helfen ein paar feste Punkte. Der erste ist der Gebührensatz. Steht in den Bedingungen „bis zum 2-fachen Satz“, deckt der Tarif die Leistung einer Rechnung im 3-fachen Satz nur zu zwei Dritteln.
Der zweite Punkt ist der Notdienst. Hier zählt, ob die Erstattung bis zum 4-fachen Satz reicht und ob die Notdienstgebühr von 50 € enthalten ist.
Danach folgen Jahreshöchstleistung, Selbstbeteiligung und die Dauer, in der Behandlungen vor und nach der OP bezahlt werden. Auch das Kündigungsrecht nach einem Schadensfall steht in den Bedingungen. Viele Verträge erlauben beiden Seiten, nach einer erstatteten Rechnung zu kündigen. Endet der Vertrag so, kann ein neuer Tarif die behandelte Erkrankung als Vorerkrankung ausschließen.
Tarife vergleichen
Wir vermitteln keine Versicherung und empfehlen keinen Tarif. Wenn du vergleichst, achte auf den erstatteten Gebührensatz, die Wartezeit, die Jahreshöchstleistung und darauf, was bei bekannten Erkrankungen gilt.
Was kann bei deinem Hund auf dich zukommen? Vier kurze Fragen zu deinem Tier, danach siehst du typische Rechnungen, den typischen Beitrag und deine persönliche Prüfliste für den Vergleich.
Check startenHäufige Fragen
Was zahlt eine Hunde-OP-Versicherung nicht?
In der Regel nicht versichert sind Behandlungen ohne Operation, also etwa Impfungen, Wurmkuren oder Untersuchungen, auf die keine OP folgt. Bekannte Vorerkrankungen fallen bei vielen Tarifen ebenfalls heraus. Kastrationen ohne medizinischen Grund und Zahnbehandlungen sind oft ausgenommen oder begrenzt. Die genauen Ausschlüsse stehen in den Bedingungen deines Tarifs.
Wie viel kostet eine OP-Versicherung für Hunde im Monat?
Für einen jungen Hund liegt der Beitrag meist bei 7 bis 26 € im Monat. Ältere Hunde kosten oft mehr, weil viele Tarife den Beitrag mit dem Alter anheben. Auch der Erstattungssatz, die Jahreshöchstleistung und eine Selbstbeteiligung verändern den Preis. Ein Tarif bis zum 4-fachen Satz ist in der Regel teurer als einer bis zum 2-fachen Satz.
Zahlt die Hunde-OP-Versicherung im Notdienst?
Viele Tarife zahlen auch OPs im Notdienst, aber nicht alle bis zur gleichen Grenze. Im Notdienst rechnet die Praxis mindestens 2-fach und höchstens 4-fach ab, dazu kommen 50 € Gebühr je Fall. Erstattet dein Tarif nur bis zum 3-fachen Satz, kann ein Teil offen bleiben. Ob die Gebühr mitversichert ist, steht in den Bedingungen.
Ab wann zahlt eine OP-Versicherung für Hunde?
Nach einem Unfall zahlen viele Tarife ohne Wartezeit, also ab Vertragsbeginn. Bei Krankheiten musst du meist etwa 30 Tage warten, bis der Schutz beginnt. Eine OP wegen einer Krankheit, die in diese Frist fällt, erstattet der Tarif in der Regel nicht. Für bestimmte Eingriffe sehen manche Tarife längere Fristen vor.