OP-Versicherung oder Krankenversicherung fürs Tier Der Unterschied
Der Unterschied liegt im Umfang: Eine OP-Versicherung zahlt nur Operationen und die Behandlung kurz davor und danach, eine Krankenversicherung zahlt auch Behandlungen ohne OP. Dazu gehören Untersuchungen, Diagnostik wie ein MRT und Medikamente.
Rechenbeispiel Röntgen beim Hund und Blutbild beim Hund
- Röntgen beim Hund2-facher Satz229,57 €
- Blutbild beim Hund2-facher Satz112,19 €
- Eine reine OP-Versicherung erstattetkeine Operation0,00 €
Tierärztliche Leistung nach der Gebührenordnung mit 19 % Mehrwertsteuer, ohne Medikamente und Material.
Der Beitrag ist höher, für einen jungen Hund meist 15 bis 60 € statt 7 bis 26 € im Monat. Welcher Umfang zu dir passt, entscheidest du selbst.
Was beide Versicherungen gemeinsam haben
Beide Versicherungen erstatten Tierarztkosten, die nach der Gebührenordnung für Tierärzte berechnet werden, kurz GOT. Jede Leistung hat dort einen Grundbetrag, der 1-facher Satz heißt. Außerhalb des Notdienstes darf die Praxis bis zum 3-fachen Satz berechnen, darüber nur im begründeten Einzelfall mit schriftlicher Vereinbarung.
Bei beiden Versicherungen bestimmt der Tarif, bis zu welchem Satz erstattet wird. Viele Tarife erstatten bis zum 2-fachen, 3-fachen oder 4-fachen Satz. Ebenso haben beide oft eine Wartezeit von etwa 30 Tagen, eine Jahreshöchstleistung als Höchstbetrag pro Jahr und den Ausschluss bekannter Vorerkrankungen.
Der Hauptunterschied liegt darin, wofür gezahlt wird. Die OP-Versicherung zahlt für Operationen. Die Krankenversicherung deckt Operationen ebenso ab wie Behandlungen, bei denen nicht operiert wird.
Beispiel 1: Kreuzband-OP
Bei einer Operation zahlen beide Versicherungen. Nach GOT kostet eine Kreuzband-OP samt Mehrwertsteuer 674,99 € im 1-fachen und 2.024,98 € im 3-fachen Satz. Erstattet der Tarif bis zum 3-fachen Satz, übernehmen beide die Leistung nach GOT vollständig, abzüglich einer möglichen Selbstbeteiligung.
Unterschiede zeigen sich danach. Die OP-Versicherung zahlt die Nachbehandlung meist nur für einen festen Zeitraum nach dem Eingriff. Kontrollen, Röntgenbilder oder Medikamente, die später anfallen, trägst du dann selbst. Die Krankenversicherung zahlt solche Folgetermine je nach Tarif weiter, auch Wochen oder Monate nach der OP.
Bei Material und Implantaten wie Platten oder Schrauben kommt es auf die Bedingungen an. Beide Versicherungsarten können sie einschließen oder begrenzen. Bei der Kreuzband-OP ist der Abstand zwischen beiden Versicherungen daher kleiner als bei Behandlungen ganz ohne OP.
Beispiel 2: MRT und Bandscheiben-OP
Vor einer Operation am Rücken kann ein MRT anfallen. Das ist eine Untersuchung, die Schnittbilder vom Körperinneren liefert. Ein MRT beim Hund kostet laut GOT 3.020,72 € im 3-fachen Satz, die OP bei einem Bandscheibenvorfall 2.757,68 €. Zusammen sind das 5.778,40 €, ohne Medikamente und Material.
Die Krankenversicherung zahlt beides nach ihren Bedingungen. Die OP-Versicherung zahlt die OP. Das MRT übernimmt sie je nach Tarif nur, wenn es in den Zeitraum vor der OP fällt, den der Vertrag abdeckt, und mit der OP zusammenhängt.
Anders ist es, wenn nach dem MRT nicht operiert wird. Eine OP-Versicherung zahlt dann in der Regel nichts, und die 3.020,72 € bleiben bei dir. Mit einer Krankenversicherung und Erstattung bis zum 3-fachen Satz wäre die Leistung nach GOT gedeckt.
Beispiel 3: Kosten ohne OP
Ein Beispiel mit festen Werten ist die Zahnsteinentfernung beim Hund. Sie kostet laut GOT 197,33 € im 1-fachen und 591,98 € im 3-fachen Satz. Über eine OP-Versicherung wird sie meist nicht erstattet. Eine Krankenversicherung zahlt sie je nach Tarif aus dem Vorsorgebudget oder als Behandlung.
Über ein Jahr können mehrere Rechnungen ohne OP zusammenkommen, etwa für Untersuchungen, Blutwerte, Medikamente oder Impfungen. Ohne Krankenversicherung trägst du diese Kosten vollständig. Mit einer Krankenversicherung wird ein Teil erstattet, abhängig von Gebührensatz, Selbstbeteiligung und Vorsorgebudget.
Bei Katzen gilt dasselbe Prinzip. Eine Zahnsanierung kostet dort laut GOT 295,00 € im 1-fachen und 885,00 € im 3-fachen Satz. Ob sie versichert ist, regeln beide Versicherungsarten je nach Tarif unterschiedlich.
Die Beiträge im Vergleich
Die Krankenversicherung kostet mehr, weil sie mehr zahlt. Beim jungen Hund stehen meist 15 bis 60 € gegen 7 bis 26 € im Monat, bei einer jungen Katze meist 11 bis 45 € gegen 4 bis 15 €.
Die Differenz zahlst du jeden Monat, egal ob dein Tier behandelt wird. Nimm sie mal zwölf, dann siehst du den Aufpreis pro Jahr. Er ist der Preis dafür, dass auch Behandlungen ohne OP erstattet werden.
Ob sich dieser Aufpreis durch Erstattungen wieder ausgleicht, hängt davon ab, wie oft dein Tier ohne OP behandelt wird und wie teuer das ist. Das lässt sich im Voraus nicht sagen. Mit dem Alter steigen bei vielen Tarifen beide Beiträge, sodass sich auch die Differenz verändern kann.
Woran du die Wahl festmachen kannst
Keine der beiden Versicherungsarten ist grundsätzlich besser. Welche Kosten du absichern möchtest, ist deine Entscheidung.
Beim Einordnen helfen ein paar Punkte. Der erste sind deine Rücklagen. Eine Rechnung wie 2.024,98 € für eine Kreuzband-OP im 3-fachen Satz können manche aus eigenem Geld zahlen, andere nicht. Das gilt ebenso für mehrere kleinere Rechnungen ohne OP im selben Jahr.
Der zweite Punkt ist die Planbarkeit. Mit einer Krankenversicherung zahlst du einen höheren, festen Beitrag, dafür schwanken deine Ausgaben beim Tierarzt weniger. Mit einer OP-Versicherung ist der Beitrag niedriger, und Behandlungen ohne OP zahlst du bei Bedarf.
Dazu kommen Alter und Vorgeschichte deines Tieres. Bekannte Vorerkrankungen sind bei beiden Arten meist ausgeschlossen, und für ältere Tiere gibt es oft ein Eintrittsalter als Grenze für neue Verträge.
Tarife vergleichen
Wir vermitteln keine Versicherung und empfehlen keinen Tarif. Wenn du vergleichst, achte auf den erstatteten Gebührensatz, die Wartezeit, die Jahreshöchstleistung und darauf, was bei bekannten Erkrankungen gilt.
Was kann bei deinem Tier auf dich zukommen? Ein paar kurze Fragen zu deinem Tier, danach siehst du typische Rechnungen, den typischen Beitrag und deine persönliche Prüfliste für den Vergleich.
Check startenHäufige Fragen
Was ist besser: OP-Versicherung oder Krankenversicherung für Tiere?
Das lässt sich nicht allgemein beantworten, weil beide unterschiedliche Kosten abdecken. Die OP-Versicherung zahlt nur Operationen, die Krankenversicherung zusätzlich Behandlungen ohne OP. Sie ist dafür teurer. Welche Variante zu dir passt, hängt von deinen Rücklagen, deinem Wunsch nach planbaren Kosten und dem Alter deines Tieres ab.
Zahlt die OP-Versicherung Untersuchungen vor der OP?
Viele OP-Versicherungen zahlen Untersuchungen vor der OP, wenn sie in einem festen Zeitraum vor dem Eingriff liegen und mit ihm zusammenhängen. Wie lang dieser Zeitraum ist, steht in den Bedingungen. Wird nach der Untersuchung nicht operiert, zahlt eine OP-Versicherung in der Regel nichts. Ein MRT allein kommt laut GOT im 1-fachen Satz auf 1.006,91 €.
Wie viel teurer ist eine Krankenversicherung als eine OP-Versicherung?
Für einen jungen Hund zahlst du in der Krankenversicherung meist 15 bis 60 €, in der OP-Versicherung meist 7 bis 26 €, jeweils im Monat. Bei Katzen sind es meist 11 bis 45 € und 4 bis 15 €. Bei älteren Tieren wachsen meist beide Beiträge. Auch Erstattungssatz und Selbstbeteiligung verändern den Abstand. Wie groß er für dein Tier ausfällt, steht im jeweiligen Angebot.
Kann man von der OP-Versicherung zur Krankenversicherung wechseln?
Ein Wechsel ist bei vielen Versicherern möglich, als Umstellung beim selben Versicherer oder als neuer Vertrag. Dabei werden meist neue Gesundheitsfragen gestellt. Erkrankungen, die inzwischen bekannt sind, können im neuen Umfang ausgeschlossen werden. Für den erweiterten Schutz kann erneut eine Wartezeit gelten. Die Regeln stehen in den Bedingungen.